Sicherheit? Gibt es nicht!

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Sicherheit. Schon immer hab ich mich gefragt, warum sich die Leute so sicher sind.

„Mir ist so schlecht, das kommt von dem Salat gestern!“
Ja? Warum nicht von der Suppe? Oder dem Sahnetörtchen zum Nachtisch?

„Wenn ich erstmal in Rente bin, dann wird mein Leben lebenswert!“
Echt? Warum erst dann? Und wer sagt dir, dass du solange lebst? Oder dass du dann – in 20, 30, oder 40 Jahren – überhaupt noch Rente bekommst? Und dass du dann noch gesund genug bist, um das alles zu genießen?

Wir alle streben so sehnsüchtig nach dieser vermeintlichen Sicherheit, die wir ja doch nie wirklich haben können, oder? Wir schließen Versicherungen ab für alles und jedes. Und noch viel schlimmer: Wir verschieben unser Glück auf später. Wenn wir in Rente sind, wenn wir 10 Kilo abgenommen haben, wenn wir so und soviel Geld gespart haben, …

Wir sind dann zufrieden und glücklich, wenn wir uns einigermaßen abgesichert fühlen, und wenn das Leben vorhersehbar in seinen Bahnen läuft.

ist sicherheit die beste wahl?
Wie oft hast du eigentlich schon von jemandem gehört, der sein Leben lang auf die Pension hingearbeitet hat, und dann nur Wochen oder Monate später krank wurde, oder schlimmer?
Meine Eltern sind früh gestorben – mein Vater Mitte 40, meine Mutter Anfang 60. Beide haben ihr Leben lang gearbeitet, und besonders meine Mutter hat sehnsüchtig auf die Pension hingearbeitet. Tja, das war wohl nichts, oder?
 
Die Geschichte vom Fischer
frei nach Heinrich Böll
 

Es war ein mal Fischer, der lebte mit seiner Familie direkt an der Küste Portugals. Jeden Morgen fuhr er mit seinem Fischerboot aufs Meer hinaus und fing ein paar Fische.
Mittags grillte seine Frau die Fische auf dem Grill, pflückte Salat und Tomaten im Garten und sie genossen ein gemütliches Mahl.

Eines Sommers machte ein reicher Unternehmer Urlaub in dem kleinen Fischerdorf. Er beobachtete den Fischer ein paar Tage lang, dann sprach er ihn eines Morgens im Hafen an.
„Du fängst jeden Tag nur ein paar Fische – gibt es da draußen nicht mehr Fische, die du fangen könntest?“ fragte er.
„Doch, natürlich,“ antwortete der Fischer verwundert. „Aber was soll ich denn mit so vielen Fischen?“
„Nun, du könntest sie verkaufen!“ erklärte der Unternehmer. „Dann hättest du mehr Geld!“
Der Fischer überlegte. „Und was soll ich mit dem Geld machen?“
„Nun, du könntest Mitarbeiter einstellen, die dann noch mehr Fische fangen können. Dann könntest du noch mehr Geld verdienen!“
„Ja, schon,“ meinte der Fischer. „Aber was soll ich dann mit diesem Geld machen?“
Der Unternehmer siniert weiter.
„Du könntest eine Fischverarbeitungsfabrik aufmachen. Da würdest du dann ganz viel Geld verdienen!“
„Und dann?“ fragte der Fischer wieder.
„Ja dann,“ sagte der Unternehmer, „Dann hättest du so viel Geld, dass du nie wieder arbeiten müsstest!“
„Ah,“ sagte der Fischer. „Dann könnte ich jeden Tag mit dem Boot rausfahren, gemütlich ein paar Fische fangen und den Nachmittag mit meiner Frau verbringen?“
„Genau,“ jubelte der Unternehmer. Endlich hatte der Fischer begriffen!
„Aber,“ fragte da der Fischer. „Das ist doch genau das, was ich jetzt schon tue?“
 
Brauchst du so viele Dinge zum Leben?

Was brauchst du wirklich zum Leben? Wir alle haben so viel Kram, so viel Ballast der rumsteht, den wir nicht brauchen.
In letzter Zeit habe ich oft versucht Dinge zu verschenken, die ich nicht mehr brauche. Stell dir vor, niemand will sie haben!

Warum geben uns genau diese Dinge Sicherheit? Ein Hausanbau hier, ein neues Auto, eine neue Uhr. Luxusgüter und Statussymbole. Am Ende retten sie mein Leben nicht.
Und warum ist es so schwer, sich davon zu befreien?
Warum nicht einfach im Hier und Jetzt leben? Wer weiß schon, was noch kommt?

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