Seife selber machen

Ja, das kann man tatsächlich, und es ist gar nicht schwer!

Ich weiß, Seife kann man überall kaufen und kostet auch nicht viel. Aber was ist da drin? Wenn ich mir die ganzen Zutaten durchlese, dann erscheint nur ein ganzer Haufen Fragezeichen über meinem Kopf.

 

Eigentlich habe ich bislang ja kaum Seife verwendet. Nicht weil ich so ein Schweinchen bin, sondern weil ja eigentlich Haarshampoo und Duschgel ausgesprochen praktisch sind. Die einzige Seife die ich verwendet habe ist Flüssigseife zum Händewaschen.
Und gerade was Flüssigseife und Duschgel betrifft hört man ja inzwischen immer öfter, dass man da darauf achten sollte, dass kein Mikroplastik drin ist. Auch in allen möglichen Arten von Kosmetik kann Mikroplastik drin sein.
Nur woran erkennt man Mikroplastik?

Hier links siehst du also was – umweltbedingt  – nicht drin sein sollte. Leider erhebt auch diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch weil sich die Firmen immer neue Stoffe einfallen lassen

Meine Faustregel war bislang alles mit “Poly” oder “Acryl” zu vermeiden

Merken kann sich all diese Bezeichnungen ohnehin keiner, darum gibt es dafür auch die eine oder andere App.

Aber nicht umsonst bin ich von der Selbermacherfraktion. Und um so eine Seife selber zu machen braucht, man eigentlich nur verschiedene Fette und Natronlauge.
Nun klingt Natronlauge ja schon sehr gefährlich, und zugegeben, so ganz ohne ist das nicht. Natronlauge macht man nämlich aus Natriumhydroxid, das auch Ätznatron genannt wird. Und wie der Name schon so schön sagt, ist das Zeug ätzend.
Im Endeffekt heißt das aber (nur?), dass man damit keinen Hautkontakt haben sollte. Ergo verwendet man Gummihandschuhe und eine Schutzbrille, lange Ärmel sind auch nicht verkehrt (also nicht nackig Seife machen, hihi).
Ich werde beim nächsten Mal auch vorsichthalber so eine Mundschutzmaske aufsetzen, weil das Natriumhydroxid ein Pulver ist und doch ein bisschen staubt.

Ich weiß, das klingt jetzt erstmal für viele ein bisschen abschreckend, aber eigentlich ist es halb so wild.

 

Ich  habe es also ausprobiert und meine erste eigene Seife hergestellt. Und ich bin total begeistert.
Zugegeben, superschön ist sie nicht geworden. Es ist auch einiges schiefgegangen.
Zum einen hab ich nämlich schlichtweg vergessen, die Seife zu überfetten. Man verwendet nämlich ein Grundrezept aus verschiedenen Fetten und rechnet sich dazu aus, wieviel Lauge man dafür braucht. Auch das ist nicht so kompliziert wie es klingt, denn dafür gibt es Seifenrechner im Internet.
Zusätzlich zu diesen Fetten aus dem Rezept kann man die Seife nun überfetten – das macht man, damit die Seife nicht nur reinigt, sondern auch pflegt. Man gibt also nach dem Mixen noch ein bisschen mehr Öl dazu, und das habe ich vergessen.

Außerdem ist der Seifenteig sehr schnell sehr dick geworden, und so war nix mehr mit Seife gießen – ich musste die Masse in die Formen spachteln. Was mit ein Grund ist, dass die Optik ein bisschen gelitten hat. Vor allem bei den kleinen Förmchen (Smiley und der kleine Papagei) hat es nicht so gut hingehauen.

Meiner Begeisterung tut das keinen Abbruch – auch wenn ich zugegeben am Anfang ein bisschen enttäuscht war. Aber die Seife ist toll geworden. Es ist ein großartiges Gefühl sich damit die Hände zu waschen – sie fühlen sich so viel sauberer an als mit der Flüssigseife. Inzwischen wurde das sogar von Carsten bestätigt, und der ist nun mal mein größter Kritiker und oft schonungslos in seinem Urteil.
Auch den Rest vom Körper kann man damit super waschen, nur das Gesicht lasse ich lieber aus, wegen der fehlenden Überfettung, weil ich eh schon so trockene Haut habe.

 

Und so gehts:

In einem Plastikbehälter wird die Lauge angerührt. Also Gummihandschuhe anziehen, Schutzbrille aufsetzen und dann das Natriumhydroxidpulver in das Wasser einrühren (bloß nicht umgekehrt)
Vorsicht, das wird sehr heiß! Dämpfe nicht einatmen.

Die festen Fette – also in diesem Fall das Palmfett – werden einfach in einem Topf geschmolzen. Dann rührt man die flüssigen Fette – also Oliven- und Distelöl – unter.

 

Nun muss alles auskühlen, bis beides – sowohl das Fett als auch die Lauge – so zwischen 25 und 30°C hat. Ein Bratenthermometer ist hier hilfreich.

Wenn es soweit ist, die Lauge zum Fett geben und mit einem Pürierstab durchmixen, bis die Konsistenz puddingartig ist. Na, vielleicht ein bisschen dünner, ich glaube ich habe zu lange gemixt und dadurch ist die Masse zu schnell fest geworden. Dann in Formen gießen, in Plastikfolie und ein Handtuch einwickeln und an einem zimmerwarmen Ort ruhen lassen. Halte deine Kinder und Haustiere fern.

Natürlich kannst du die Seifenmasse sowohl einfärben als auch beduften.  Ich hab die Masse in zwei Teile geteilt und einen Teil davon mit roter Seifenfarbe eingefärbt. Das Ergebnis ist … naja … ganz nett. Vermutlich hätte ich mehr Farbe nehmen sollen, oder aber – vielleicht ist diese Farbe auch nur für Melt und Pour Seifen geeignet.

Für so eine Melt und Pour Seife hab ich übrigens auch schon alles da – denn auch das muss ich natürlich unbedingt ausprobieren. Mehr darüber aber beim nächsten Mal!

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